
Ein paar Gedanken über Düfte in Kosmetikprodukten
Düfte gehören seit Jahrtausenden zu Körperpflege und Kosmetik. Sie prägen unsere Wahrnehmung eines Produktes, wecken Erinnerungen und können darüber entscheiden, ob wir eine Formulierung als angenehm empfinden. Doch Duft ist nicht gleich Parfum: Auch ätherische Öle, Pflanzenextrakte, Wachse und andere natürliche Rohstoffe können einem Kosmetikprodukt einen charakteristischen Eigengeruch verleihen.Gerade in der Naturkosmetik lohnt sich deshalb ein genauerer Blick. Woher kommt der Duft eines Produktes? Wann wird gezielt parfümiert und wann duftet eine Formulierung einfach aufgrund ihrer natürlichen Inhaltsstoffe? Was unterscheidet natürliche von synthetischen Riechstoffen? Und was verrät die INCI-Liste tatsächlich über Duftstoffe und mögliche Allergene? Ein paar Gedanken über die Wirkung von Düften, ihre unterschiedlichen Quellen und die Frage, wie viel Duft gute Hautpflege eigentlich braucht.
Parfums
KOMPLEXE DUFTKOMPOSITIONEN MIT INDIVIDUELLER NOTE
Parfums sind gezielt komponierte Mischungen verschiedener Riechstoffe. Sie können natürlichen oder synthetischen Ursprungs sein oder beides miteinander verbinden. Erst das Zusammenspiel der einzelnen Bestandteile ergibt den charakteristischen Duft einer Komposition.Klassisch werden Parfums in Kopf-, Herz- und Basisnote gegliedert. Die Kopfnote bestimmt den ersten Eindruck und verfliegt meist vergleichsweise schnell. Danach entfaltet sich die Herznote als eigentlicher Charakter des Duftes, während die Basisnote länger wahrnehmbar bleibt und der Komposition Tiefe verleiht.In Kosmetikprodukten werden Parfums eingesetzt, um gezielt einen bestimmten Duft zu erzeugen oder den Eigengeruch einer Formulierung zu verändern beziehungsweise zu überdecken. In der INCI-Liste werden solche Duftkompositionen in der Regel unter dem Sammelbegriff „PARFUM“ angegeben. Ob sich dahinter natürliche, synthetische oder kombinierte Riechstoffe verbergen, lässt sich daraus allein nicht erkennen.Doch Parfum ist nur eine Möglichkeit, wie der Duft eines Kosmetikproduktes entsteht. Auch die verwendeten Rohstoffe selbst können einer Formulierung ihren charakteristischen Geruch verleihen.


NATÜRLICH, SYNTHETISCH – ODER EINFACH DER EIGENGERUCH?
Nicht jeder Duft in einem Kosmetikprodukt stammt aus einem Parfum. Viele Rohstoffe besitzen bereits einen eigenen Geruch und prägen damit auch den Duft der fertigen Formulierung. Gerade pflanzliche Öle, Wachse, Extrakte oder Pflanzenwässer können deutlich wahrnehmbare, ganz unterschiedliche Eigengerüche mitbringen.Ätherische Öle nehmen dabei eine besondere Stellung ein. Sie sind komplexe natürliche Gemische flüchtiger Pflanzenstoffe und werden wegen ihres charakteristischen Duftes, teilweise aber auch aufgrund weiterer kosmetischer Eigenschaften eingesetzt. Daneben können natürliche wie synthetische Riechstoffe gezielt verwendet und zu Parfumkompositionen kombiniert werden.Die Begriffe „Duft“, „Parfum“ und „Riechstoff“ beschreiben deshalb nicht dasselbe. Ein Produkt kann deutlich duften und trotzdem kein Parfum enthalten. Umgekehrt sagt die Angabe „PARFUM“ zunächst nur, dass eine Duftkomposition eingesetzt wurde – nicht, ob ihre Bestandteile natürlichen oder synthetischen Ursprungs sind.
DIE MACHT DER DÜFTE
FLUCH ODER SEGEN?
Düfte wirken unmittelbar. Unser Geruchssinn ist eng mit Emotionen und Erinnerungen verbunden: Ein vertrauter Geruch kann innerhalb von Sekunden Bilder, Orte oder Situationen ins Gedächtnis rufen. In Kosmetikprodukten prägt Duft deshalb das Produkterlebnis oft stärker, als uns bewusst ist.Doch was angenehm duftet, ist individuell. Ein Duft kann eine Formulierung sensorisch abrunden, ihren Eigengeruch überdecken und die Anwendung angenehmer machen. Er kann aber auch als zu intensiv oder störend empfunden werden – und einzelne Duftstoffe können bei entsprechend sensibilisierten Menschen Hautreaktionen auslösen. Die INCI-Liste gibt dabei wichtige Hinweise, erzählt aber nicht die ganze Geschichte. Deklarationspflichtige Duftallergene können beispielsweise natürliche Bestandteile eines ätherischen Öls, eines Wachses oder eines anderen Rohstoffs sein. Ihre Nennung sagt jedoch nicht, in welcher Konzentration der zugrunde liegende Rohstoff eingesetzt wurde oder wie intensiv das fertige Produkt duftet.Auch die Angabe „PARFUM“ ist nur begrenzt aussagekräftig: Sie bezeichnet eine Duftkomposition, verrät aber weder allein deren natürliche oder synthetische Herkunft noch ihre vollständige Zusammensetzung. Und auch wenn keine einzelnen Duftallergene aufgeführt sind, lässt sich daraus keine generelle Verträglichkeit für jeden Menschen ableiten.Duft und Verträglichkeit lassen sich deshalb nicht allein anhand einzelner Begriffe in der INCI-Liste beurteilen. Entscheidend sind die konkrete Formulierung, die eingesetzten Stoffe, ihre Konzentration und die individuelle Sensibilisierung.


WIE VIEL DUFT BRAUCHT KOSMETIK?
Duft kann das Erlebnis eines Kosmetikproduktes prägen, ist für seine eigentliche Pflegewirkung aber meist nicht notwendig. Gleichzeitig besitzen viele natürliche Rohstoffe einen charakteristischen Eigengeruch, der Teil einer Formulierung ist und nicht zwangsläufig überdeckt werden muss.Die Frage ist deshalb nicht einfach „Duft oder kein Duft?“, sondern welche Beduftung für ein Produkt überhaupt sinnvoll ist. Ein angenehmer Eigengeruch kann unverändert bleiben. Bei anderen Formulierungen kann es sinnvoll sein, dominante oder weniger angenehme Rohstoffnoten mit ausgewählten aromatischen Rohstoffen oder geringen Mengen ätherischer Öle abzurunden.Entscheidend ist dabei die Dosierung. Je weniger zusätzliche Beduftung eine Formulierung benötigt, desto weniger muss eingesetzt werden. So kann Duft das Produkt dezent begleiten, ohne seinen Charakter oder seine eigentliche Funktion zu überlagern.Gute Hautpflege muss schließlich nicht intensiv duften, um angenehm zu sein.
WIE VIEL DUFT BRAUCHT KOSMETIK?
Natürliche Kosmetik duftet nicht nur durch ätherische Öle. Pflanzliche Öle, Wachse, Extrakte, Hydrolate und andere Rohstoffe bringen ihren eigenen Geruch mit und prägen damit den Charakter einer Formulierung. Viele dieser Eigengerüche entstehen unabhängig von den typischen Duftallergenen ätherischer Öle.
Vorteile
- Der Duft kann unmittelbar aus den verwendeten natürlichen Rohstoffen entstehen – ganz ohne zusätzliche Beduftung.
- Natürliche Eigengerüche können einer Formulierung einen authentischen, botanischen Charakter geben.
- Ätherische Öle ermöglichen bereits in geringer Dosierung eine gezielte sensorische Abrundung und können unerwünschte Eigengerüche anderer Rohstoffe überdecken.
- Aromatische Rohstoffe können neben ihrem Duft weitere Funktionen innerhalb einer kosmetischen Formulierung übernehmen.
Grenzen
- Nicht jeder natürliche Rohstoff riecht automatisch angenehm; intensive Eigengerüche können die sensorische Wahrnehmung eines Produktes dominieren.
- Ätherische Öle enthalten teilweise deklarationspflichtige Duftallergene und können bei entsprechend sensibilisierten Menschen Reaktionen auslösen.
- Auch bei natürlichen Duftquellen lassen sich Verträglichkeit und allergenes Potenzial nicht pauschal aus ihrer Herkunft ableiten.
- Natürliche Rohstoffe können je nach Herkunft, Ernte und Verarbeitung in Geruch und Zusammensetzung variieren.

Düfte bei STUDIO BOTANIC
“Weniger ist mehr“
Bei STUDIO BOTANIC steht der Duft eines Produktes nicht am Anfang einer Formulierung. Entscheidend sind Pflegewirkung, Verträglichkeit und die natürlichen Rohstoffe, auf denen die jeweilige Formulierung basiert. Ihr Eigengeruch gehört zunächst zur Formulierung und muss nicht automatisch überdeckt werden. Deshalb verzichten wir weitgehend auf Parfum und setzen auch ätherische Öle bewusst und möglichst sparsam ein – oder verzichten ganz darauf. Wo der Eigengeruch einzelner Rohstoffe eine sensorische Abrundung sinnvoll macht, können ausgewählte ätherische Öle oder andere natürliche aromatische Rohstoffe in geringer Dosierung eingesetzt werden.Unser Ziel sind leichte, dezente botanische Düfte, die ein Produkt angenehm begleiten, ohne es zu dominieren. Auch bei der Beduftung folgt STUDIO BOTANIC deshalb einem einfachen Prinzip: so wenig wie möglich, so viel wie nötig.
