
Der Unterschied zwischen veganem Wachs
und Bienenwachs
Bienenwachs ist – speziell im Naturkosmetikbereich – sehr beliebt. Nicht nur, weil es für eine gute Konsistenz sorgt, sondern auch, weil es einen schützenden Film auf der Haut bildet, den Feuchtigkeitsverlust reduzieren kann und die Haut weich und geschmeidig hält.Doch trotz all dieser positiven Eigenschaften: Bienenwachs ist und bleibt ein tierisches Produkt. Wer konsequent vegane Kosmetik entwickeln möchte, braucht deshalb Alternativen. Und die gibt es längst: Pflanzliche Wachse können viele der funktionalen und pflegenden Aufgaben von Bienenwachs übernehmen und bringen dabei ganz unterschiedliche Eigenschaften für kosmetische Formulierungen mit.Ein Grund mehr, sich diese natürlichen Alternativen einmal genauer anzusehen.
Wozu ist Wachs überhaupt gut?
Wachse übernehmen in kosmetischen Formulierungen gleich mehrere Aufgaben. Sie geben Cremes, Salben und Balms Konsistenz und Stabilität und beeinflussen, wie sich ein Produkt verteilen lässt und auf der Haut anfühlt. Gleichzeitig bilden viele Wachse einen schützenden Film auf der Haut, der den Feuchtigkeitsverlust reduzieren und dazu beitragen kann, die Haut weich und geschmeidig zu halten.
- Sie geben Formulierungen Konsistenz und Stabilität.
- Sie bilden einen schützenden Film auf der Haut und können den Feuchtigkeitsverlust reduzieren.
- Sie beeinflussen Textur, Verteilbarkeit und Hautgefühl.
- Sie können dazu beitragen, die Haut weich und geschmeidig zu halten.


Bienenwachs
Es geht auch ohne
Bienenwachs wird seit Jahrhunderten für Salben, Cremes und andere Pflegeprodukte verwendet. Es gibt Formulierungen Konsistenz, bildet einen schützenden Film auf der Haut und trägt zu einem geschmeidigen Hautgefühl bei. Gerade in der klassischen Naturkosmetik hat es deshalb bis heute einen festen Platz.Gewonnen wird Bienenwachs aus den Waben der Honigbiene. Für vegane Kosmetik kommt es damit jedoch nicht infrage – unabhängig von seinen funktionalen Eigenschaften. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Lassen sich seine Aufgaben in einer Formulierung auch mit pflanzlichen Rohstoffen erfüllen?Ja. Unterschiedliche pflanzliche Wachse bieten dafür eine ganze Reihe von Möglichkeiten.
NATÜRLICHE ALTERNATIVEN ZU BIENENWACHS
Pflanzliche Wachse bieten in kosmetischen Formulierungen eine Vielzahl von Möglichkeiten. Je nach Herkunft unterscheiden sie sich in Härte, Schmelzpunkt, Konsistenz und Hautgefühl und können deshalb gezielt für unterschiedliche Produkte und Formulierungen eingesetzt werden.Sie können die klassischen Aufgaben von Bienenwachs übernehmen, ohne dass dafür ein tierischer Rohstoff notwendig ist. Dabei gibt es nicht die eine pflanzliche Alternative: Je nach gewünschter Eigenschaft können unterschiedliche Wachse einzeln eingesetzt oder miteinander kombiniert werden.Genau diese Vielfalt macht pflanzliche Wachse für moderne vegane Naturkosmetik besonders interessant.
Beerenwachs:
Beerenwachs (Rhus Verniciflua Peel Cera) wird aus den Früchten des Lackbaums gewonnen. Das Wachs ist ein Gemisch aus Pflanzenfett und freien Fettsäuren, das aus den Schalen der Beeren gepresst oder extrahiert wird. Beerenwachs kann zur Stabilität und Haltbarkeit kosmetischer Formulierungen beitragen. Darüber hinaus besitzt es rückfettende Eigenschaften und trägt dazu bei, die Haut glatt und geschmeidig zu halten.
Candelillawachs:
Besonders bekannt ist das Candelillawachs (Euphorbia Cerifera Cera). Es wird aus den Blättern und Ästen des Candelilla-Busches gewonnen, der vornehmlich in Nord-Mexiko sowie im Südwesten der USA wächst. Die Triebe des Busches werden abgeschnitten, erhitzt und das daraus gewonne Wachs abgeschöpft. Candelillawachs verfügt über einen hohen Schmelzpunkt und ist im kalten Zustand sehr fest. Hinzu kommt, dass es sich auf der Haut angenehm anfühlt, nicht klebt und sich sehr gut mit anderen Ölen binden lässt. Es kommt nicht nur in Hautpflegeprodukten oder dekorativer Kosmetik zum Einsatz, sondern wird auch gerne für Haarpflegeprodukte verwendet, da es den Haaren Glanz verleiht und sie kämmbarer macht.
Myrica Fruchtwachs:
Das Wachs des Wachsbeerenstrauchs (Myrica Cerifera), ist wie das Wachs des Lackbaums ebenso als Beerenwachs bekannt. Die Beeren werden geerntet, gekocht, das Rohwachs wird abgeschöpft, filtriert und anschließend weiterverarbeitet. Die Besonderheit: Das Myrica Fruchtwachs ist deutlich weicher als Carnauba- oder Candelillawachs. Aufgrund seiner gelartigen Konsistenz ist es deutlich leichter und weniger filmbildender auf der Haut, als zum Beispiel das Bienenwachs. Wenn eine festere Konsistenz erforderlich ist, wie beispielsweise bei Lippenstiften, kommt es häufig in Kombination mit anderen pflanzlichen Wachsen zum Einsatz. Ebenso findet es in Haut- und Haarpflegeprodukten Anwendung.
Rosenblütenwachs:
Rosenblütenwachs (Rosa Damascena Flower Cera) wird aus den Blüten der Damaszener Rose gewonnen, die ursprünglich aus Kleinasien stammt. Auf den Blütenblättern befindet sich eine sehr dünne natürliche Wachsschicht, die die Pflanze unter anderem vor Austrocknung schützt. Neben seinem sanften blumigen Duft mit grünen Noten besitzt Rosenwachs pflegende und schützende Eigenschaften und kann Formulierungen einen feinen, schimmernden Glanz verleihen.Den Duft würde ich hier ausdrücklich drinlassen. Nach unserer Duftseite ist das sogar ein schönes konkretes Beispiel für einen aromatischen natürlichen Rohstoff, dessen Eigengeruch Teil der Formulierung sein kann.
Reiswachs:
Reiswachs (Oryza Sativa Bran Wax) ist ein pflanzliches Naturwachs, das bei der Herstellung von Reisöl aus Reiskleie gewonnen wird. Es zeichnet sich durch seine leicht gelbliche Farbe und feste, leicht kristalline Struktur aus. In kosmetischen Formulierungen wird es insbesondere als Konsistenzgeber und zur Stabilisierung eingesetzt.Reiswachs trägt zu einer festen, geschmeidigen Textur bei und eignet sich unter anderem für Cremes, Balms, Lippenpflegeprodukte und andere wasserfreie Formulierungen. Konsistenzgeber und zur Stabilisierung eingesetzt.Reiswachs trägt zu einer festen, geschmeidigen Textur bei und eignet sich unter anderem für Cremes, Balms, Lippenpflegeprodukte und andere wasserfreie Formulierungen.
Sonnenblumenkernwachs:
Sonnenblumenkernwachs (Helianthus Annuus Seed Cera) gehört zu den modernen pflanzlichen Wachsen und ist eine Alternative zu Bienenwachs. Es wird aus Sonnenblumenöl gewonnen. Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Sonnenblume wird heute in großem Umfang auch in Europa angebaut, wodurch Sonnenblumenwachs aus europäischer Herkunft für uns eine interessante Alternative darstellt.Sonnenblumenwachs besitzt ein sehr gutes Ölbindevermögen und eignet sich dadurch als Konsistenzgeber und Stabilisator in kosmetischen Formulierungen. Es trägt zu einer stabilen Textur und einem angenehm schützenden Hautgefühl bei.

FAZIT: WACHS IST WACHS?
Nicht ganz. Bienenwachs und pflanzliche Wachse unterscheiden sich in Härte, Schmelzpunkt, Textur und ihren Eigenschaften innerhalb einer Formulierung. Die klassischen Aufgaben von Bienenwachs lassen sich heute jedoch mit unterschiedlichen pflanzlichen Wachsen gezielt erfüllen – je nach Produkt einzeln oder sinnvoll miteinander kombiniert.Für STUDIO BOTANIC ist deshalb klar: Unsere Formulierungen sind konsequent vegan. Wo klassischerweise Bienenwachs eingesetzt wird, verwenden wir pflanzliche Alternativen, die wir nach ihren jeweiligen Eigenschaften für die Formulierung auswählen. So lassen sich Konsistenz, Schutz und ein angenehmes Hautgefühl erreichen, ohne dafür einen tierischen Rohstoff einzusetzen.